Opa’s return: H-G Rennert
German version see below / Deutsche Fassung unten
80 years ago: my granddad arrived back home after a year as prisoner of war in Russia. Hermann Meuter, born in February 1907 in Steinhude, passed away in March 1977 in Steinhude – a simple life?

Opa in 1970
In November 1930 he and Dora, ne Engelmann (1902 – 1978 in Steinhude) get married
Between 1931 and 1938 four children (Margreth, Dörchen, Hermann and Gerhard) were born.
In November 1943 he was conscripted. Dora and the four children rush to the photographer, to get a photo for him as a reminder of the family. See below:

He is very lucky: he survives and is released in autumn 1945, after just 1 year. (Many men died in the camps, and the last survivors were released in 1955 – 10 years after the end of the war.)
From Wunstorf he starts to walk towards Steinhude through the local wood, where a Steinhuder with horse and cart pick him up. A neighbour runs ahead towards home where the family is producing sugar beet syrup and shouts: “Dora, Hermann comes!” Another neighbour takes over, so that Dora can welcome him.
The next day, Repentance and Prayer Day November 21st 1945, they both go to church. It was their 15th wedding anniversary. Opa is wearing a top hat, Oma is dressed all in black.
He is 38 years old, has been married for 15 years, they have got 4 children, he had been in the war – and all of them survived. What a great piece of luck!
Later he worked at a huge railway yard. They saved hard. In 1960 they could build their own house. It was fully built with a basement. Opa excavated it himself. One of his sons had become a carpenter, the other one a bricklayer. My father was the handyman. The house was built after work and during the week-ends.
My parents and I lived in that house with Oma and Opa for his last two years of his life. He wanted to reach 70. He just made it.

Vor 80 Jahren: mein Opa kommt nach nur einem Jahr in russischen Kriegsgefangenschaft nach Hause
Hermann Meuter, geboren im Februar 1907 in Steinhude, gestorben im März 1977 in Steinhude – ein einfaches Leben? Im November 1930 heiraten er und Dora, geborene Engelmann (1902 – 1978 in Steinhude). Sie bekommen vier Kinder (Margreth, Dörchen, Hermann und Gerhard) zwischen 1931 und 1938
Im November 1943 muss er doch noch Soldat werden. Dora geht mit den 4 Kindern zum Fotographen, um ihm ein Foto zum Andenken mitgeben zu können. 1944 kommt er an die Ostfront. Dort gerät er bald in russische Kriegsgefangenschaft. Es gibt sehr wenig zu essen. Die Männer hungern. Sie erzählen sich gegenseitig, was sie jetzt gerne essen möchten. Opa: „Braunkohl mit Bratkartoffeln“ (Das hat er später sehr gut und auch für mich gekocht.)
Er hat großes Glück, denn er überlebt und kommt im Herbst 1945, nach nur 1 Jahr in Gefangenschaft, frei. (Viele Männer starben in den Lagern, und die letzten Überlebenden wurden 1955, 10 Jahre nach Ende des Krieges, freigelassen.)
Von Wunstorf aus geht er durch das Hohe Holz und wird schließlich von einem Steinhuder Fuhrwerk mitgenommen. Eine Nachbarin läuft voraus zum Haus, wo gerade Stips gekocht wird: „Dora, Hermann kommt!“ Eine andere Nachbarin macht den Stips weiter, damit Oma ihm entgegen gehen kann.
Am nächsten Tag, Buß- und Bettag am 21.11.1945, gehen beide in die Kirche. Es war auch ihr 15. Hochzeitstag. Opa mit Zylinder, Oma ganz in Schwarz.
Er ist 38 Jahre alt, 15 Jahre verheiratet, sie haben 4 Kinder, war im Krieg – und alle haben überlebt. Welch ein Glück!
Opa hat später auf einem großen Rangierbahnhof gearbeitet. Sie haben viel gespart. 1960 konnten sie ein eigenes Haus bauen. Es war voll unterkellert, und Opa hat die Baugrube mit der Schaufel ausgeschachtet. Ein Sohn war Zimmermann, der andere Maurer, mein Vater war Handlanger. Das Haus wurde nach Feierabend und am Wochenende gebaut.
Die letzten zwei Jahre seines Lebens wohnte ich mit meinen Eltern bei Opa und Oma mit im Haus. Er wollte gern 70 Jahre alt werden. Das hat er knapp geschafft.
Hgr, 21.11.25
Man hätte dem Opa ein längeres Leben gewünscht um das Glück zu genießen, den Krieg und die Gefangenschaft überstanden zu haben und zu Frau und Kindern zurück gekommen zu sein. Auch fuer die Enkelkinder wäre es sicher schön gewesen, mit dem Opa groß zu werden. Ich habe auch erlebt, wie mit Hilfe aller Familienmitglieder ein Haus gebaut wird. Mein Vater kehrte 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurück. 1950 baute er mit seinen Brüdern und dem Schwiegervater das Haus in das wir schon ein knappes Jahr später einzogen.